Vom Stöckli-Frust zum Traumhaus

"Architektur ist meine Berufung. Das Bauen ausserhalb der Bauzonen und der sorgfältige Umgang mit denkmalgeschützten Bauten sind meine Spezialgebiete."

Beatrice Isenegger

Architektin

Vom Stöckli-Frust zum Traumhaus

«Architektur ist meine Berufung. Das Bauen ausserhalb der Bauzonen und der sorgfältige Umgang mit denkmalgeschützten Bauten sind meine Spezialgebiete.»
18 BPW-Kolleginnen wollten mehr über die Aussage von Beatrice Isenegger erfahren. Als dipl. Architektin ETH hat sie sich seit mehreren Jahren auf Bauten ausserhalb der Bauzone spezialisiert. Diese Gebäude stehen oft auch unter Denkmalschutz. Eines dieser Objekte, die Chupferschmitte in Baar, durften wir besuchen.

Der Stöckli-Frust
Vor dem historischen Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert erfuhren wir, dass der ursprüngliche Wunsch der Familie Iten, ein neues Stöckli war. Durch die vielfältigen Auflagen und Anforderungen für Schutzobjekte, musste diese Idee jedoch begraben werden. Verständlicherweise hielt sich die Freude bei den Eigentümern in Grenzen.

Vermitteln zwischen Bauherren und Behörden
Nachdem Beatrice im 2016 eine Machbarkeitsstudie erarbeitet hatte, war der Fall klar: es ging um einen grossen Umbau des historischen Bauernhauses, welches diverse Herausforderungen mit sich brachte. Tiefe Decken, dunkle Räume, fehlende Balkone und die ehemalige Wirtsstube, die bewahrt werden musste. Auch die Treppe mitten im Haus und über 5 Stockwerke nahm unnötig Platz ein. Wie uns Beatrice schilderte, gelten bei solchen Bauten besondere Gesetzte und «0815-Prozesse» existieren keine. Kreativität, Verhandlungsgeschick und Geduld sind hier gefragt. Lachend kam auch die Aussage: «ein dickes Fell musste ich mir schon zugelegt»

Der fliegende Dachstock
Nach 3-jähriger Bauzeit steht ein prächtiges Bauernhaus mit neuen, modernen Elementen vor uns. Ein neuer Treppenhausturm, der die komplexen Auflagen des Brandschutzes erfüllt, erschliesst heute die drei Wohnungen und erlaubt den Zugang zu Laubenbalkonen und einer Loggia. Zur Optimierung der Raumhöhen wurde der Dachstuhl als Ganzes angehoben und die Decken neu gesetzt. Als historische Ausstattung im Innern wurden die beiden Stuben mit dem Täfer und Büffet erhalten, hier wird noch nach der optimalen Beleuchtung gesucht. Im Kellerbereich wird noch der eigene Hofladen gestaltet.

Glückliche Eigentümer, Behörden und Architektin
Das Ehepaar Iten und ihr Sohn mit Partnerin sind mit ihrem alten Haus, im strahlend neuen Gewand, sehr zufrieden, obwohl auch Kompromisse eingegangen werden mussten. Auch bei Beatrice Isenegger ist gut erkennbar, dass auch sie mit ihrer Arbeit und der Umsetzung sehr glücklich ist und sie sich auch zukünftig auf solche herausfordernden Projekte freut.

Herzlichen Dank an die Familie Iten für die Besichtigung ihres Hauses und ein grosses Dankeschön an Beatrice für die Organisation des spannenden Anlasses!

Beatrice Iseneggers Homepage

 
Autorin: Marianne Fust
Foto: Ursi Kreienbühl