Vorbilder

Es hat mich schon immer beschäftigt, was
man tun muss, damit das Leben auch nach der Pensionierung erfüllt ist.

Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf

Bundesrätin von 2007 bis 2015, Präsidentin Pro Senectute, BPW-Club Ch

Vorbilder

Rund ein Jahr nach ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat übernahm Evelyne Widmer-Schlumpf das Präsidium von Pro Senectute. Gegenüber dem Migros Magazin sagte sie 2017: «Ich habe drei Bereiche gewählt, in denen ich mich engagiere: Der grösste und prominenteste ist Pro Senectute. Es hat mich schon immer beschäftigt, was man tun muss, damit das Leben auch nach der Pensionierung erfüllt ist. Daneben engagiere ich mich in Graubünden für die Kinder- und Jugendbetreuung und für Kinder mit Herzfehlern – auch weil wir selbst ein solches haben.»
In der Ausgabe der SRF-Sendung «Kulturplatz» zum Thema «Hey Alter!» erzählte Widmer-Schlumpf, dass sie mit ihrer Familie in einem Mehr-Generationen-Haus wohne: «Wir konnten das Elternhaus nicht vernünftig umbauen, so dass es Raum für unsere beiden Töchter und für uns gegeben hätte.» Darum hätten sie sich für ein Haus mit vielen Gemeinschaftsflächen entschieden, in dem jeder seine eigene Wohnung habe. Ihr Fazit: «Wenn es funktioniert und man diese Kontakte auch auf eine gute Art pflegt, aber nicht so, dass man einander die Freiräume einschränkt, dann glaube ich, dass das die Wohnformen der Zukunft sind.»

Wie sie anlässlich ihres Rücktritts angekündigt hatte, hütet sie nun vermehrt ihre Enkelkinder: «Regelmässig und sehr gern – das gibt mir wirklich viel. Manchmal ist es natürlich auch anstrengend. Dem Fünfjährigen habe ich kürzlich gesagt: Hör zu, ich bin alt, ich muss jetzt ein bisschen meine Ruhe haben. Seither fragt er mich immer, ob ich denn nun heute alt sei oder ob wir etwas machen könnten», erzählte sie mit einem Lachen dem Migros-Magazin. In ihrer Kindheit hätten die Grosseltern ebenfalls eine grosse Rolle gespielt, später habe ihre Mutter sie unterstützt, «anders wäre es mir gar nicht möglich gewesen, mein Lebensmodell so umzusetzen.
Wenn die Generationen einander nahestehen, profitieren alle Seiten.
Autorin: Monique Ryser
Foto: Admin